Homosexuelle in der Politik
Von Jürgen Dieter Ueckert
Ein
Homosexueller als zweiter Mann des Staates – als Präsident des
Bundesrates. Also als erster Stellvertreter des ersten Manns, des
Bundespräsidenten. Und das ist auch gut so – wenn Klaus Wowereit,
Regierender Bürgermeister in Berlin, dieses Amt ausübt. Gleiches gilt
für Ole von Beust, Bürgermeister in Hamburg.
Ein Mann,
der einen Mann liebt, ist heute kein Makel mehr - schwul ist in der
deutschen Politik kein Hindernis auf dem Weg nach oben. Auch der
liberale Parteichef, Guido Westerwelle, wurde neulich erst zusammen mit
seinem Partner Michael Mronz vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl
privat eingeladen – um ihm seinen Segen für ein neues schwarz-gelbes
Bündnis in Berlin zu geben.
Wenn selbst in Bayern, im
3.400-Seelen-Ort Bodenmais, ein geouteter 23-jähriger Sozi neuer
Bürgermeister wird, dann hat sich was verändert – und zwar zum Guten und
zu einem Mehr an Demokratie im Staate D. Einen Skandal müsste es geben,
wenn ein bekennender Homosexueller – ob nun Frau oder Mann – wegen
seiner Neigung in der Öffentlichkeit gebrandmarkt wird.
Selbst
in der muffigen Nachkriegszeit hatte Konrad Adenauer,
CDU-Bundeskanzler, auf eine Frage nach der Homosexualität seines
Außenministers Heinrich von Brentano gewitzt gekontert: „Bei mir hat er
es noch nit versucht.“ Heute sind Schwule und Lesben politisch bei SPD,
Union, Liberalen, Linken oder Grünen in Netzwerken organisiert.
Niemand
kann von schwulen Politikern in Deutschland verlangen, sich zu outen.
Jedoch sollten Verlogenheiten vorbei sein, in der sich Prominente für
die Öffentlichkeit mit Pseudo-Lebensgefährt(inn)en abbilden lassen –
oder gar zu Home-Storys eingeladen haben. Gerüchte folgen auf dem Fuß.
Die Lüge ist noch ein abendfüllendes Thema - nicht die Homosexualität.
Auch
bei uns im Ländle sind die Zeiten vorbei, in denen im Stuttgarter
Staatstheater ein berühmter Kritiker - Verleger und Chefredakteur aus
Tübingen - quasi als einziger unter den Promis seine Homosexualität
nicht verheimlichte.
Die widerlichen Anschwärz-Methoden
des Krawall-Schwulen Rosa von Praunheim sind ebenfalls vorbei, als er
Promis wie Alfred Biolek und Hape Kerkeling zum Zwangs-Outing brachte.
Die Zeiten haben sich gewaltig verändert.
Es wird nicht
mehr lange dauern, bis wir im Ländle auch bayrische Zustände haben.
Sich Outen ist akzeptabel – genauso wie das Nicht-Outen noch lange nicht
Lügen heißt. Guido Westerwelle meinte, dass er sein Privatleben nicht
verstecke – „aber ich stelle es auch nicht ins Schaufenster“.
Genau
– diese Art von Wahrheit steigert die Glaubwürdigkeit der ganzen Partei
und Politik. Ansonsten gilt – was Friedrich II, preußischer König, im
Juni 1740 schrieb: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“
04.07.2009
Jürgen Dieter Ueckert - Kommentare 2009
Sonntag, 16. Februar 2014
Ein sachlicher Alltag
Schmerzende Wunden
Von Jürgen Dieter Ueckert
Ist eine Liebe noch frisch, dann wird sie gern jubilierend besungen. Wie bei Romeo und Julia. Im Fernsehen, Kino oder im Theater schauen Leute gern zu – drücken heimlich ein paar Tränen weg. Und wenn die Romanze ihrem Höhepunkt zusteuert, dann wird im Kino abgeblendet. Sprich – das schöne Drama ist beendet. Vorhang zu – und wenn sie nicht gestorben, dann leben sie noch heute. Niemand will die Normalität einer Liebesgeschichte sehen. Das ist sachlicher Alltag. Und irgendwann ist alles vorbei - ganz ohne Happy End.
Erich Kästner hatte in seiner „Sachlichen Romanze“ das so beschrieben: „Als sie einander acht Jahre kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam ihre Liebe plötzlich abhanden.“ – Klar, dass dieses Liebenspaar traurig ist – verständlich. Aber ohne Streit – ganz sachlich. Wie üblich bei intelligenten Menschen. Kästner: „Sie betrugen sich heiter, versuchten, als ob nichts sei, und sahen sich an und wussten nicht weiter.“ Diese Leute haben in ihren Köpfen eine Erinnerung, die ihnen sagt - wie einst ihre Liebe begann - und jetzt? Sie können "es einfach nicht fassen". Perdu – vorbei.
Das sachliche Paar stellt fest, ganz fast nebenbei - an einer Trennung führt schicksalhaft kein Weg vorbei. Einer will weg, und der andere Partner klammert. Und wenn sie nicht aufpassen, bahnt sich langsam und schlicht eine Katastrophe an. So ist es in der Liebe - einer ist immer noch der Liebende. Und wenn der sich nicht zum Geliebten machen kann, dann ist diese Liebe nur noch ein Unglück für ihn. Alltag. Erfahrungen, die fast jeder Mensch macht: Eine Liebe kann auch schmerzende Wunden schlagen, die nur ganz langsam verheilen.
03.07.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
Ist eine Liebe noch frisch, dann wird sie gern jubilierend besungen. Wie bei Romeo und Julia. Im Fernsehen, Kino oder im Theater schauen Leute gern zu – drücken heimlich ein paar Tränen weg. Und wenn die Romanze ihrem Höhepunkt zusteuert, dann wird im Kino abgeblendet. Sprich – das schöne Drama ist beendet. Vorhang zu – und wenn sie nicht gestorben, dann leben sie noch heute. Niemand will die Normalität einer Liebesgeschichte sehen. Das ist sachlicher Alltag. Und irgendwann ist alles vorbei - ganz ohne Happy End.
Erich Kästner hatte in seiner „Sachlichen Romanze“ das so beschrieben: „Als sie einander acht Jahre kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam ihre Liebe plötzlich abhanden.“ – Klar, dass dieses Liebenspaar traurig ist – verständlich. Aber ohne Streit – ganz sachlich. Wie üblich bei intelligenten Menschen. Kästner: „Sie betrugen sich heiter, versuchten, als ob nichts sei, und sahen sich an und wussten nicht weiter.“ Diese Leute haben in ihren Köpfen eine Erinnerung, die ihnen sagt - wie einst ihre Liebe begann - und jetzt? Sie können "es einfach nicht fassen". Perdu – vorbei.
Das sachliche Paar stellt fest, ganz fast nebenbei - an einer Trennung führt schicksalhaft kein Weg vorbei. Einer will weg, und der andere Partner klammert. Und wenn sie nicht aufpassen, bahnt sich langsam und schlicht eine Katastrophe an. So ist es in der Liebe - einer ist immer noch der Liebende. Und wenn der sich nicht zum Geliebten machen kann, dann ist diese Liebe nur noch ein Unglück für ihn. Alltag. Erfahrungen, die fast jeder Mensch macht: Eine Liebe kann auch schmerzende Wunden schlagen, die nur ganz langsam verheilen.
03.07.2009
Politiker, Banker und Bürger
Nichts dazugelernt
Von Jürgen Dieter Ueckert
In dieser Zeit kommen mir manche Banker vor wie knitze Bauern. Ich meine aber einen ganz speziellen Landwirt – nicht mal einen Schwäbischen: Und zwar den, der mit der linken Hand vor seinem Allerwertesten wedelt, mit der rechten Hand drohend in der Luft gestikuliert - und in den Raum hineinruft: „Hier schdingt s herrgottmäßig.“ Auf Hochdeutsch: Es stinkt fürchterlich.
Wirtschaftsmanager, Finanzjongleure oder naive Politiker tun jetzt so, als ob die weltweite Finanzkrise wie ein Geld-Tsunami über uns gekommen sei. Wie das so ist bei Naturkatastrophen. Dabei wissen wir: Gier und Spekulationen – das waren die wirren Impulse auf den Finanzmärkten. Und wer Ohren und Augen hatte, der konnte hören und lesen wie sich die Krise hochschaukelte. Das war keine Naturkatastrophe, da hat jemand am Rad gedreht – und zwar heftig.
Oder anders gesagt: Wer um das Goldene Kalb tanzte, der spürte und wusste - hier wird niemand durch saubere Arbeit reich. Spekulation lautete das Zauberwort. Und nachdem sich viele Milliarden Dollars und Euros in schiere Luft aufgelöst hatten, die Reichen nicht mehr so reich wie zuvor waren, aber reich genug, um locker zu leben – müssen die Normal-Steuerzahler und -Bürger Asche auf dem Haupt tragen.
Warum? Weil Politiker, die zuvor so vielen Finanzhaien prasselnden Beifall gespendet und sie mit edlen Orden ausgezeichnet, gar Milliarden Steuergeld in den großen gierigen Rachen geworfen hatten, um dem staunenden Volk das Zauberstück von der „wunderbaren Vermehrung von billigem zu wertvollem Steuergeld“ zu präsentieren.
Jetzt predigen diese Politiker– nach dem Motto: Die Zeche müssen alle zahlen – vor allem die künftigen Generationen. Bislang waren die Banken die Garanten für die soziale Marktwirtschaft. Jetzt scheint der Satz von Bert Brecht im Schwange zu sein: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – Oder die im Schatten, die sieht man nicht: Vor allem aber jene, die hart arbeiten und Steuern zahlen. Sprich - Lieschen Müller und ihr Mann, quasi die Leute von nebenan.
Und die Wahrheiten werden nur noch in Scheibchen verteilt – siehe unsere Parteien, die damit unseren Staat ins Schwanken bringen. Eine Schlagzeile gestern: Banken pumpen Wahnsinns-Summen in die Finanzmärkte. Nein, nein – sie haben nichts dazu gelernt.
02.07.2009
02.07.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
In dieser Zeit kommen mir manche Banker vor wie knitze Bauern. Ich meine aber einen ganz speziellen Landwirt – nicht mal einen Schwäbischen: Und zwar den, der mit der linken Hand vor seinem Allerwertesten wedelt, mit der rechten Hand drohend in der Luft gestikuliert - und in den Raum hineinruft: „Hier schdingt s herrgottmäßig.“ Auf Hochdeutsch: Es stinkt fürchterlich.
Wirtschaftsmanager, Finanzjongleure oder naive Politiker tun jetzt so, als ob die weltweite Finanzkrise wie ein Geld-Tsunami über uns gekommen sei. Wie das so ist bei Naturkatastrophen. Dabei wissen wir: Gier und Spekulationen – das waren die wirren Impulse auf den Finanzmärkten. Und wer Ohren und Augen hatte, der konnte hören und lesen wie sich die Krise hochschaukelte. Das war keine Naturkatastrophe, da hat jemand am Rad gedreht – und zwar heftig.
Oder anders gesagt: Wer um das Goldene Kalb tanzte, der spürte und wusste - hier wird niemand durch saubere Arbeit reich. Spekulation lautete das Zauberwort. Und nachdem sich viele Milliarden Dollars und Euros in schiere Luft aufgelöst hatten, die Reichen nicht mehr so reich wie zuvor waren, aber reich genug, um locker zu leben – müssen die Normal-Steuerzahler und -Bürger Asche auf dem Haupt tragen.
Warum? Weil Politiker, die zuvor so vielen Finanzhaien prasselnden Beifall gespendet und sie mit edlen Orden ausgezeichnet, gar Milliarden Steuergeld in den großen gierigen Rachen geworfen hatten, um dem staunenden Volk das Zauberstück von der „wunderbaren Vermehrung von billigem zu wertvollem Steuergeld“ zu präsentieren.
Jetzt predigen diese Politiker– nach dem Motto: Die Zeche müssen alle zahlen – vor allem die künftigen Generationen. Bislang waren die Banken die Garanten für die soziale Marktwirtschaft. Jetzt scheint der Satz von Bert Brecht im Schwange zu sein: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – Oder die im Schatten, die sieht man nicht: Vor allem aber jene, die hart arbeiten und Steuern zahlen. Sprich - Lieschen Müller und ihr Mann, quasi die Leute von nebenan.
Und die Wahrheiten werden nur noch in Scheibchen verteilt – siehe unsere Parteien, die damit unseren Staat ins Schwanken bringen. Eine Schlagzeile gestern: Banken pumpen Wahnsinns-Summen in die Finanzmärkte. Nein, nein – sie haben nichts dazu gelernt.
02.07.2009
02.07.2009
Ein Wahlkampf hat begonnen
Auf hoher Wahlkampf-See
Von Jürgen Dieter Ueckert
Der Kampf ist eingeläutet - die Schlacht kann beginnen. Das Stechen, Beleidigen und Herabsetzen zwischen den Parteien - für die Wahl des neuen Bundestags im September. Aber sehr frisch schauen die Polit-Matadore nicht aus der Wäsche – weder im Bund noch in den Ländern.
Den Christdemokraten im Ländle zum Beispiel sitzt das Ergebnis der Europawahl tief in den Knochen. Günther Oettinger, CDU-Landesvorsitzender, und Thomas Strobl, schwarzer Generalsekretär, schauen dann auch immer bitterernst und bedeutungsvoll in die Runde, wenn sie ihren Misserfolg kommentieren sollen.
Von Schuld ist in der CDU nichts zu hören - und so kam die Europawahl wohl mehr über die Union wie einst der grausige Lothar, der gewaltige Orkan im Land. So ist es halt – wie immer bei einer Naturkatastrophe, bei der letztlich niemand Schuld trägt.
Dabei liebt diese Partei unser Ländle wie sich selbst. Gedankt hat es niemand – im Gegenteil: auch die Kommunalwahl ging in die Hose. Das schmerzt und schmiedet zusammen - das traurige Schicksal dieser beiden aneinander geketteten Unions-Mannen Oettinger und Strobl. Und es grummelt schon gefährlich und bedrohlich an der Partei-Basis - hörbar.
Aber das große Zittern beginnt erst jetzt. Für das Bundestagwahl-Ergebnis wirken die miesen CDU-Zahlen von Juni wie eine flammende Schrift an der berühmten Wand - siehe Bibel. Abtauchen geht nimmer. Die Wahl-Schlachtkreuzer der verschiedenen Farben sind ausgelaufen – kämpfen auf hoher See mit den hohen Wellen und den Stürmen und gegeneinander.
Über die CDU-Katastrophe von Juni können sich die Sozis jedoch nicht im geringsten freuen. Bei Ergebnissen zwischen 18 und 20 Prozent für die SPD hilft Wundenlecken nicht mehr – untergehen oder den Kurs wechseln. Sonst purzeln die Sozi-Ergebnisse weiterhin munter ins Tal, um sich dort als Normalfall zwischen Ergebnissen von zehn und zwanzig Prozent wiederzufinden.
Nur bei den Freien Demokraten ist trotz der schlechten Wahlbeteiligungen und Abstürze der beiden Pseudo-Volksparteien die Stimmung gut. Der Vorsitzende krakeelt als Stimmungskanone auf dem liberalen Dampfer und macht auf gute Laune. Guido Westerwelle, der laute 18-Prozent-Liberale, und Oskar Lafontaine, als populistischer Linke-Vorsitzender und damit gesalbter Nachfolger Honeckers, sind jene Typen, die man uns in der Schule einst als Klassenclowns gewarnt hatte.
Was die beiden Marktschreier bundesweit bieten, das macht die FDP in Baden-Württemberg allein. Die liberale Dompteuse Birgit Homburger und ihre Clownstruppe in Stuttgart zeigen ihrem CDU-Ministerpräsidenten Oettinger oft die lange Nase – und wenn der nicht aufpasst, ziehen sie ihm sogar die Hose aus. Und lachen sich halbtot - über den blamierten Oettinger.
Dagegen gerieren sich die Grünen bundesweit und im Ländle mit ihren über zehn Prozent als echte und letzte bürgerliche Partei. Momentan weiß ich nicht ganz, wo wir sind – entweder immer noch im humorigen Polit-Zirkus mit den atemberaubenden Finanz-Künsten - oder schon auf hoher Wahlkampf-See mit den leeren Blupp-Wortblasen. Wenn – dann ahoi.
30.06.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
Der Kampf ist eingeläutet - die Schlacht kann beginnen. Das Stechen, Beleidigen und Herabsetzen zwischen den Parteien - für die Wahl des neuen Bundestags im September. Aber sehr frisch schauen die Polit-Matadore nicht aus der Wäsche – weder im Bund noch in den Ländern.
Den Christdemokraten im Ländle zum Beispiel sitzt das Ergebnis der Europawahl tief in den Knochen. Günther Oettinger, CDU-Landesvorsitzender, und Thomas Strobl, schwarzer Generalsekretär, schauen dann auch immer bitterernst und bedeutungsvoll in die Runde, wenn sie ihren Misserfolg kommentieren sollen.
Von Schuld ist in der CDU nichts zu hören - und so kam die Europawahl wohl mehr über die Union wie einst der grausige Lothar, der gewaltige Orkan im Land. So ist es halt – wie immer bei einer Naturkatastrophe, bei der letztlich niemand Schuld trägt.
Dabei liebt diese Partei unser Ländle wie sich selbst. Gedankt hat es niemand – im Gegenteil: auch die Kommunalwahl ging in die Hose. Das schmerzt und schmiedet zusammen - das traurige Schicksal dieser beiden aneinander geketteten Unions-Mannen Oettinger und Strobl. Und es grummelt schon gefährlich und bedrohlich an der Partei-Basis - hörbar.
Aber das große Zittern beginnt erst jetzt. Für das Bundestagwahl-Ergebnis wirken die miesen CDU-Zahlen von Juni wie eine flammende Schrift an der berühmten Wand - siehe Bibel. Abtauchen geht nimmer. Die Wahl-Schlachtkreuzer der verschiedenen Farben sind ausgelaufen – kämpfen auf hoher See mit den hohen Wellen und den Stürmen und gegeneinander.
Über die CDU-Katastrophe von Juni können sich die Sozis jedoch nicht im geringsten freuen. Bei Ergebnissen zwischen 18 und 20 Prozent für die SPD hilft Wundenlecken nicht mehr – untergehen oder den Kurs wechseln. Sonst purzeln die Sozi-Ergebnisse weiterhin munter ins Tal, um sich dort als Normalfall zwischen Ergebnissen von zehn und zwanzig Prozent wiederzufinden.
Nur bei den Freien Demokraten ist trotz der schlechten Wahlbeteiligungen und Abstürze der beiden Pseudo-Volksparteien die Stimmung gut. Der Vorsitzende krakeelt als Stimmungskanone auf dem liberalen Dampfer und macht auf gute Laune. Guido Westerwelle, der laute 18-Prozent-Liberale, und Oskar Lafontaine, als populistischer Linke-Vorsitzender und damit gesalbter Nachfolger Honeckers, sind jene Typen, die man uns in der Schule einst als Klassenclowns gewarnt hatte.
Was die beiden Marktschreier bundesweit bieten, das macht die FDP in Baden-Württemberg allein. Die liberale Dompteuse Birgit Homburger und ihre Clownstruppe in Stuttgart zeigen ihrem CDU-Ministerpräsidenten Oettinger oft die lange Nase – und wenn der nicht aufpasst, ziehen sie ihm sogar die Hose aus. Und lachen sich halbtot - über den blamierten Oettinger.
Dagegen gerieren sich die Grünen bundesweit und im Ländle mit ihren über zehn Prozent als echte und letzte bürgerliche Partei. Momentan weiß ich nicht ganz, wo wir sind – entweder immer noch im humorigen Polit-Zirkus mit den atemberaubenden Finanz-Künsten - oder schon auf hoher Wahlkampf-See mit den leeren Blupp-Wortblasen. Wenn – dann ahoi.
30.06.2009
Europa und sein Gottesbild
Wüstengeist
Von Jürgen Dieter Ueckert
Ein Wesen, das ehebrechende Frauen steinigen lässt, Homosexuelle von Minaretten in den Tod herabstößt, Menschen wegen Diebstahls die rechte Hand und den linken Fuß abhacken lässt, das ist kein Gott, den es sich lohnt anzubeten - sondern das ist nur ein rachesüchtiger Wüstengeist, der Angst in hilflosen Menschen verbreitet. Einen solch seltsamen Pseudo-Gott lehnen Christen im aufgeklärten Abendland ab. Wir denken aus einem anderen Gottesbild heraus: Nicht vernunftgemäß, nicht mit dem Logos handeln ist dem Wesen (unseres christlichen) Gottes zuwider.
29.06.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
Ein Wesen, das ehebrechende Frauen steinigen lässt, Homosexuelle von Minaretten in den Tod herabstößt, Menschen wegen Diebstahls die rechte Hand und den linken Fuß abhacken lässt, das ist kein Gott, den es sich lohnt anzubeten - sondern das ist nur ein rachesüchtiger Wüstengeist, der Angst in hilflosen Menschen verbreitet. Einen solch seltsamen Pseudo-Gott lehnen Christen im aufgeklärten Abendland ab. Wir denken aus einem anderen Gottesbild heraus: Nicht vernunftgemäß, nicht mit dem Logos handeln ist dem Wesen (unseres christlichen) Gottes zuwider.
29.06.2009
Wein in Baden-Württemberg
Ein Fest für die Sinne
Von Jürgen Dieter Ueckert
Rund um das Mittelmeer hat Gott mit seiner kraftvollen Sonne den Wein gesegnet. Seit mehr als Tausenden von Jahren bauen Menschen in diesen wunderbaren Landstrichen Weinstöcke an, aus deren Früchten das köstliche Getränk gekeltert wird.
Bei uns in Germanien – in diesen nebeligen Wäldern – haben Römer gelehrt, wie man Wein anbaut und liebt. Das kam nicht über Nacht – dazu benötigten wir unsere Klöster, die den Schatz des Weinbaus - die Wein-Kultur - von Generation zu Generation überlieferten.
Viele in Baden und Württemberg hatten sich in den letzten Jahrzehnten an den Rebensäften versündigt. Da wurde so manches fade Wasser rot gefärbt und mit Alkohol vermischt als Wein ausgegeben. Und so einige Weinsäfte wurden gepanscht - als Wein ausgegeben und viel zu teuer verkauft.
Und dazu kommt: Wein wurde bei uns nicht getrunken, sondern einfach gesoffen. Genießer nennen das richtige Trinken im Schwäbischen "Schlotzen". Stattdessen wird heute noch bei vielen Herbst- und Wein-Festen, besser Sauf-Orgien, schlicht nur Alkohol konsumiert.
Aber es hat sich auch vieles zum Besseren verändert. Die ausländische Konkurrenz belebt nicht nur die heimische Quantität, sondern verändert auch so manche Qualität. Zunächst aus Spanien, Frankreich, Italien – dann aus Südafrika, Australien, Südamerika und aus den Vereinigten Staaten wurden Weine angeliefert, die preiswert sind und gut munden.
Klar - beim Wein gibt es alles: Der Wein in der Plastiktüte à la McDonalds bis zum edlen Topfen im Dekantier-Glas im teuren Restaurant. Da wird natürlich viel geschummelt – und mancher Wein wird als Gourmet-Gebräu angeboten, was aber kaum über zwei Euro wert ist. Das ist wie bei den Autos: Nicht jeder Karren, der aussieht und blitzt wie ein Audi, bietet beim Fahren gute Qualität.
So wie auch nicht jene württembergische oder badische Weingenossenschaft das liefert, was sie in ihrer Werbung vollmundig verspricht. Neulich wurde ich gefragt, welches Weingut ich aus der Region empfehlen würde. Kurz nachgedacht - fiel mir zuerst das Weingut Graf Adelmann aus Steinheim-Kleinbottwar oder Graf Neipperg aus Schwaigern ein. Deren Produkte kenne ich seit Jahren – und deren Tropfen sind obere Klasse.
Favorit ist im Moment für mich jedoch das Weingut Rolf Willy aus Nordheim. Ich weiß nicht, was er macht – aber das, was er macht, das ist wunderbar und rundum gut. Jede Flasche Wein von Rolf Willy ist ein Fest für mich. Vor allem seine Barrique-Weine.
Und im Badischen gibt es dazu einen Winzer, der als leuchtender Stern am schwäbisch-badischen Wein-Himmel hochgelobt wird: Alexander Laible aus Durlach. Dessen Produkte muss der Kenner verkostet haben, um mitzusprechen zu können.
In Württemberg übrigens sind die Zeiten vorbei, in denen sich Wengerter vornehmlich um Politik kümmerten. Jetzt steht wieder der Wein im Mittelpunkt. Welch ein Glück für uns Weinliebhaber des Württembergers.
26.06.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
Rund um das Mittelmeer hat Gott mit seiner kraftvollen Sonne den Wein gesegnet. Seit mehr als Tausenden von Jahren bauen Menschen in diesen wunderbaren Landstrichen Weinstöcke an, aus deren Früchten das köstliche Getränk gekeltert wird.
Bei uns in Germanien – in diesen nebeligen Wäldern – haben Römer gelehrt, wie man Wein anbaut und liebt. Das kam nicht über Nacht – dazu benötigten wir unsere Klöster, die den Schatz des Weinbaus - die Wein-Kultur - von Generation zu Generation überlieferten.
Viele in Baden und Württemberg hatten sich in den letzten Jahrzehnten an den Rebensäften versündigt. Da wurde so manches fade Wasser rot gefärbt und mit Alkohol vermischt als Wein ausgegeben. Und so einige Weinsäfte wurden gepanscht - als Wein ausgegeben und viel zu teuer verkauft.
Und dazu kommt: Wein wurde bei uns nicht getrunken, sondern einfach gesoffen. Genießer nennen das richtige Trinken im Schwäbischen "Schlotzen". Stattdessen wird heute noch bei vielen Herbst- und Wein-Festen, besser Sauf-Orgien, schlicht nur Alkohol konsumiert.
Aber es hat sich auch vieles zum Besseren verändert. Die ausländische Konkurrenz belebt nicht nur die heimische Quantität, sondern verändert auch so manche Qualität. Zunächst aus Spanien, Frankreich, Italien – dann aus Südafrika, Australien, Südamerika und aus den Vereinigten Staaten wurden Weine angeliefert, die preiswert sind und gut munden.
Klar - beim Wein gibt es alles: Der Wein in der Plastiktüte à la McDonalds bis zum edlen Topfen im Dekantier-Glas im teuren Restaurant. Da wird natürlich viel geschummelt – und mancher Wein wird als Gourmet-Gebräu angeboten, was aber kaum über zwei Euro wert ist. Das ist wie bei den Autos: Nicht jeder Karren, der aussieht und blitzt wie ein Audi, bietet beim Fahren gute Qualität.
So wie auch nicht jene württembergische oder badische Weingenossenschaft das liefert, was sie in ihrer Werbung vollmundig verspricht. Neulich wurde ich gefragt, welches Weingut ich aus der Region empfehlen würde. Kurz nachgedacht - fiel mir zuerst das Weingut Graf Adelmann aus Steinheim-Kleinbottwar oder Graf Neipperg aus Schwaigern ein. Deren Produkte kenne ich seit Jahren – und deren Tropfen sind obere Klasse.
Favorit ist im Moment für mich jedoch das Weingut Rolf Willy aus Nordheim. Ich weiß nicht, was er macht – aber das, was er macht, das ist wunderbar und rundum gut. Jede Flasche Wein von Rolf Willy ist ein Fest für mich. Vor allem seine Barrique-Weine.
Und im Badischen gibt es dazu einen Winzer, der als leuchtender Stern am schwäbisch-badischen Wein-Himmel hochgelobt wird: Alexander Laible aus Durlach. Dessen Produkte muss der Kenner verkostet haben, um mitzusprechen zu können.
In Württemberg übrigens sind die Zeiten vorbei, in denen sich Wengerter vornehmlich um Politik kümmerten. Jetzt steht wieder der Wein im Mittelpunkt. Welch ein Glück für uns Weinliebhaber des Württembergers.
26.06.2009
Liebe im Himmel oder auf Erden
Traurig - aber wahr?
Von Jürgen Dieter Ueckert
So ist es – traurig, aber wahr. Wir Menschen werden mit Schmerzen auf die Welt geworfen. Dabei sind wir allein - wir wissen nicht, wer und wo wir sind. Und wenn wir sterben - dann sind wir völlig allein. Wir betreten diese Erde hilflos - und verlassen sie wieder ganz einsam. Niemand weiß woher und wohin.
Der Himmel auf Erden – das könnten Begegnungen mit anderen Menschen sein - wenn wir wollen. Oder eine Hölle - ein Jammertal. Siehe Flugzeugunglücke, Terroranschläge, Kriege.
Wenn es einen Gott gibt, dann hatte er uns die Ahnung vom Himmel auf Erden gegeben – die Liebe. Wenn wir als Menschen mit zwei „ich“ zu einem „wir“ verschmelzen - für eine begrenzte Zeit; dann ist diese Liebe mehr als nur Sex - aber auch das. Eben: Die Liebe ist das Schöne und Beglückende auf Erden.
Einfach gesagt - zwischen Geburt und Tod - zwischen Plus und Minus haben wir eine große Sehnsucht: „Ich bin, aber ich habe mich nicht - deshalb werden wir erst.“ (Ernst Bloch)
Allerdings – beim Gefühl ist es wie beim Verstand. Wenn wir mit unseren Phantasien zu stark an den Himmel stoßen, dann stürzen wir ab – wie Ikarus. Denn Erkenntnis und Wahrheit sind eine gleißende Sonne, in der sich nur ein Gott wohlfühlen und leben kann.
Seit der Aufklärung wissen wir: Menschen dürfen maximal streben - streben zur Wahrheit und Erkenntnis. Wie einst Sysyphus, der den Stein offenbar immer sinnlos den Berg hochrollt. Wir dürfen denken - aber mit unseren Flügeln dürfen wir nicht zu nahe an die gleißende Sonne kommen. Sonst verschmelzen wir im Licht der Vernunft, das uns in seiner Absolutheit verglühen läßt.
So ist es - ist es so?
25.06.2009
Von Jürgen Dieter Ueckert
So ist es – traurig, aber wahr. Wir Menschen werden mit Schmerzen auf die Welt geworfen. Dabei sind wir allein - wir wissen nicht, wer und wo wir sind. Und wenn wir sterben - dann sind wir völlig allein. Wir betreten diese Erde hilflos - und verlassen sie wieder ganz einsam. Niemand weiß woher und wohin.
Der Himmel auf Erden – das könnten Begegnungen mit anderen Menschen sein - wenn wir wollen. Oder eine Hölle - ein Jammertal. Siehe Flugzeugunglücke, Terroranschläge, Kriege.
Wenn es einen Gott gibt, dann hatte er uns die Ahnung vom Himmel auf Erden gegeben – die Liebe. Wenn wir als Menschen mit zwei „ich“ zu einem „wir“ verschmelzen - für eine begrenzte Zeit; dann ist diese Liebe mehr als nur Sex - aber auch das. Eben: Die Liebe ist das Schöne und Beglückende auf Erden.
Einfach gesagt - zwischen Geburt und Tod - zwischen Plus und Minus haben wir eine große Sehnsucht: „Ich bin, aber ich habe mich nicht - deshalb werden wir erst.“ (Ernst Bloch)
Allerdings – beim Gefühl ist es wie beim Verstand. Wenn wir mit unseren Phantasien zu stark an den Himmel stoßen, dann stürzen wir ab – wie Ikarus. Denn Erkenntnis und Wahrheit sind eine gleißende Sonne, in der sich nur ein Gott wohlfühlen und leben kann.
Seit der Aufklärung wissen wir: Menschen dürfen maximal streben - streben zur Wahrheit und Erkenntnis. Wie einst Sysyphus, der den Stein offenbar immer sinnlos den Berg hochrollt. Wir dürfen denken - aber mit unseren Flügeln dürfen wir nicht zu nahe an die gleißende Sonne kommen. Sonst verschmelzen wir im Licht der Vernunft, das uns in seiner Absolutheit verglühen läßt.
So ist es - ist es so?
25.06.2009
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