Sonntag, 16. Februar 2014

Politiker, Banker und Bürger

Nichts dazugelernt

Von Jürgen Dieter Ueckert

In dieser Zeit kommen mir manche Banker vor wie knitze Bauern. Ich meine aber einen ganz speziellen Landwirt – nicht mal einen Schwäbischen: Und zwar den, der mit der linken Hand vor seinem Allerwertesten wedelt, mit der rechten Hand drohend in der Luft gestikuliert - und in den Raum hineinruft: „Hier schdingt s herrgottmäßig.“ Auf Hochdeutsch: Es stinkt fürchterlich.

Wirtschaftsmanager, Finanzjongleure oder naive Politiker tun jetzt so, als ob die weltweite Finanzkrise wie ein Geld-Tsunami über uns gekommen sei. Wie das so ist bei Naturkatastrophen. Dabei wissen wir: Gier und Spekulationen – das waren die wirren Impulse auf den Finanzmärkten. Und wer Ohren und Augen hatte, der konnte hören und lesen wie sich die Krise hochschaukelte. Das war keine Naturkatastrophe, da hat jemand am Rad gedreht – und zwar heftig.

Oder anders gesagt: Wer um das Goldene Kalb tanzte, der spürte und wusste - hier wird niemand durch saubere Arbeit reich. Spekulation lautete das Zauberwort. Und nachdem sich viele Milliarden Dollars und Euros in schiere Luft aufgelöst hatten, die Reichen nicht mehr so reich wie zuvor waren, aber reich genug, um locker zu leben – müssen die Normal-Steuerzahler und -Bürger Asche auf dem Haupt tragen.

Warum? Weil Politiker, die zuvor so vielen Finanzhaien prasselnden Beifall gespendet und sie mit edlen Orden ausgezeichnet, gar Milliarden Steuergeld in den großen gierigen Rachen geworfen hatten, um dem staunenden Volk das Zauberstück von der „wunderbaren Vermehrung von billigem zu wertvollem Steuergeld“ zu präsentieren.

Jetzt predigen diese Politiker– nach dem Motto: Die Zeche müssen alle zahlen – vor allem die künftigen Generationen. Bislang waren die Banken die Garanten für die soziale Marktwirtschaft. Jetzt scheint der Satz von Bert Brecht im Schwange zu sein: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“ – Oder die im Schatten, die sieht man nicht: Vor allem aber jene, die hart arbeiten und Steuern zahlen. Sprich - Lieschen Müller und ihr Mann, quasi die Leute von nebenan.

Und die Wahrheiten werden nur noch in Scheibchen verteilt – siehe unsere Parteien, die damit unseren Staat ins Schwanken bringen. Eine Schlagzeile gestern: Banken pumpen Wahnsinns-Summen in die Finanzmärkte. Nein, nein – sie haben nichts dazu gelernt.

02.07.2009

02.07.2009

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