Ein Fest für die Sinne
Von Jürgen Dieter Ueckert
Rund
um das Mittelmeer hat Gott mit seiner kraftvollen Sonne den Wein
gesegnet. Seit mehr als Tausenden von Jahren bauen Menschen in diesen
wunderbaren Landstrichen Weinstöcke an, aus deren Früchten das köstliche
Getränk gekeltert wird.
Bei uns in Germanien – in
diesen nebeligen Wäldern – haben Römer gelehrt, wie man Wein anbaut und
liebt. Das kam nicht über Nacht – dazu benötigten wir unsere Klöster,
die den Schatz des Weinbaus - die Wein-Kultur - von Generation zu
Generation überlieferten.
Viele in Baden und
Württemberg hatten sich in den letzten Jahrzehnten an den Rebensäften
versündigt. Da wurde so manches fade Wasser rot gefärbt und mit Alkohol
vermischt als Wein ausgegeben. Und so einige Weinsäfte wurden gepanscht -
als Wein ausgegeben und viel zu teuer verkauft.
Und
dazu kommt: Wein wurde bei uns nicht getrunken, sondern einfach
gesoffen. Genießer nennen das richtige Trinken im Schwäbischen
"Schlotzen". Stattdessen wird heute noch bei vielen Herbst- und
Wein-Festen, besser Sauf-Orgien, schlicht nur Alkohol konsumiert.
Aber
es hat sich auch vieles zum Besseren verändert. Die ausländische
Konkurrenz belebt nicht nur die heimische Quantität, sondern verändert
auch so manche Qualität. Zunächst aus Spanien, Frankreich, Italien –
dann aus Südafrika, Australien, Südamerika und aus den Vereinigten
Staaten wurden Weine angeliefert, die preiswert sind und gut munden.
Klar
- beim Wein gibt es alles: Der Wein in der Plastiktüte à la McDonalds
bis zum edlen Topfen im Dekantier-Glas im teuren Restaurant. Da wird
natürlich viel geschummelt – und mancher Wein wird als Gourmet-Gebräu
angeboten, was aber kaum über zwei Euro wert ist. Das ist wie bei den
Autos: Nicht jeder Karren, der aussieht und blitzt wie ein Audi, bietet
beim Fahren gute Qualität.
So wie auch nicht jene
württembergische oder badische Weingenossenschaft das liefert, was sie
in ihrer Werbung vollmundig verspricht. Neulich wurde ich gefragt,
welches Weingut ich aus der Region empfehlen würde. Kurz nachgedacht -
fiel mir zuerst das Weingut Graf Adelmann aus Steinheim-Kleinbottwar
oder Graf Neipperg aus Schwaigern ein. Deren Produkte kenne ich seit
Jahren – und deren Tropfen sind obere Klasse.
Favorit
ist im Moment für mich jedoch das Weingut Rolf Willy aus Nordheim. Ich
weiß nicht, was er macht – aber das, was er macht, das ist wunderbar und
rundum gut. Jede Flasche Wein von Rolf Willy ist ein Fest für mich. Vor
allem seine Barrique-Weine.
Und im Badischen gibt es
dazu einen Winzer, der als leuchtender Stern am schwäbisch-badischen
Wein-Himmel hochgelobt wird: Alexander Laible aus Durlach. Dessen
Produkte muss der Kenner verkostet haben, um mitzusprechen zu können.
In
Württemberg übrigens sind die Zeiten vorbei, in denen sich Wengerter
vornehmlich um Politik kümmerten. Jetzt steht wieder der Wein im
Mittelpunkt. Welch ein Glück für uns Weinliebhaber des Württembergers.
26.06.2009
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