Sonntag, 16. Februar 2014

Wein in Baden-Württemberg

Ein Fest für die Sinne

Von Jürgen Dieter Ueckert

Rund um das Mittelmeer hat Gott mit seiner kraftvollen Sonne den Wein gesegnet. Seit mehr als Tausenden von Jahren bauen Menschen in diesen wunderbaren Landstrichen Weinstöcke an, aus deren Früchten das köstliche Getränk gekeltert wird.

Bei uns in Germanien – in diesen nebeligen Wäldern – haben Römer gelehrt, wie man Wein anbaut und liebt. Das kam nicht über Nacht – dazu benötigten wir unsere Klöster, die den Schatz des Weinbaus - die Wein-Kultur - von Generation zu Generation überlieferten.

Viele in Baden und Württemberg hatten sich in den letzten Jahrzehnten an den Rebensäften versündigt. Da wurde so manches fade Wasser rot gefärbt und mit Alkohol vermischt als Wein ausgegeben. Und so einige Weinsäfte wurden gepanscht - als Wein ausgegeben und viel zu teuer verkauft.

Und dazu kommt: Wein wurde bei uns nicht getrunken, sondern einfach gesoffen. Genießer nennen das richtige Trinken im Schwäbischen "Schlotzen". Stattdessen wird heute noch bei vielen Herbst- und Wein-Festen, besser Sauf-Orgien, schlicht nur Alkohol konsumiert.

Aber es hat sich auch vieles zum Besseren verändert. Die ausländische Konkurrenz belebt nicht nur die heimische Quantität, sondern verändert auch so manche Qualität. Zunächst aus Spanien, Frankreich, Italien – dann aus Südafrika, Australien, Südamerika und aus den Vereinigten Staaten wurden Weine angeliefert, die preiswert sind und gut munden.

Klar - beim Wein gibt es alles: Der Wein in der Plastiktüte à la McDonalds bis zum edlen Topfen im Dekantier-Glas im teuren Restaurant. Da wird natürlich viel geschummelt – und mancher Wein wird als Gourmet-Gebräu angeboten, was aber kaum über zwei Euro wert ist. Das ist wie bei den Autos: Nicht jeder Karren, der aussieht und blitzt wie ein Audi, bietet beim Fahren gute Qualität.

So wie auch nicht jene württembergische oder badische Weingenossenschaft das liefert, was sie in ihrer Werbung vollmundig verspricht. Neulich wurde ich gefragt, welches Weingut ich aus der Region empfehlen würde. Kurz nachgedacht - fiel mir zuerst das Weingut Graf Adelmann aus Steinheim-Kleinbottwar oder Graf Neipperg aus Schwaigern ein. Deren Produkte kenne ich seit Jahren – und deren Tropfen sind obere Klasse.

Favorit ist im Moment für mich jedoch das Weingut Rolf Willy aus Nordheim. Ich weiß nicht, was er macht – aber das, was er macht, das ist wunderbar und rundum gut. Jede Flasche Wein von Rolf Willy ist ein Fest für mich. Vor allem seine Barrique-Weine.

Und im Badischen gibt es dazu einen Winzer, der als leuchtender Stern am schwäbisch-badischen Wein-Himmel hochgelobt wird: Alexander Laible aus Durlach. Dessen Produkte muss der Kenner verkostet haben, um mitzusprechen zu können.

In Württemberg übrigens sind die Zeiten vorbei, in denen sich Wengerter vornehmlich um Politik kümmerten. Jetzt steht wieder der Wein im Mittelpunkt. Welch ein Glück für uns Weinliebhaber des Württembergers.

26.06.2009

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